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Unsere Leistungen > Stadtentwässerung > Abwasserbehandlungsanlagen > Zentralklärwerk
Das Zentralklärwerk
1967 - 2010
Allgemeines
Das im Stadtteil St. Lorenz Nord an der Warthestraße und gegenüber der Teerhofinsel gelegene Zentralklärwerk (ZKW) konnte 1967 nach rund 6 Jahren Bauzeit mit der 1. Ausbaustufe in Betrieb genommen werden. Angeschlossen war zunächst der Stadtteil St. Lorenz Nord, dessen Abwässer nun mechanisch und biologisch behandelt wurden. 1976 folgte der Anschluss der Stadtteile St. Gertrud, St. Jürgen und der Innenstadt. Damit flossen dem ZKW die Abwässer von rund 150.000 Einwohnern zuzüglich etwa 150.000 Einwohnerwerten aus Industrie und Gewerbe zu. Die auch in den Folgejahren wachsende Belastung (Anschluss der Gemeinden Bad Schwartau, Stockelsdorf und Groß Grönau) führte bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an die Reinigungsleistung zu weiteren Ausbaumaßnahmen auf der Kläranlage, wie etwa der Erweiterung der biologischen Stufe um eine Sauerstoffbelebung mit dazugehörigen Nachklärbecken 1982 oder der Neugestaltung der aus Rechen und Sandfang bestehenden Einlaufgruppe 1990. Im Jahre 2008 wurde die Kläranlage Ochsenkopf, die auf dem nördlich der B 75 gelegenen Teil der Herreninsel stand, stillgelegt und das Abwasser zum Zentralklärwerk Lübeck umgeleitet.
Heutiger Stand der Abwasserreinigung
Nachdem 1997 mit dem Endausbau des ZKW nach den Vorgaben des geltenden Bundes- und EG-Rechts sowie des Dringlichkeitsprogramms der Landesregierung zum Ausbau der 38 größten Kläranlagen in Schleswig-Holstein begonnen wurde, konnten am 01.01.2000 die 5 neuen Nachklärbecken mit dem zugehörigen Schlammpumpwerk und am 01.01.2003 die beiden neuen Belebungsstufen in Betrieb gehen. Die Erweiterung der biologischen Reinigung wurde durch den Bau einer zweistufigen Filtration, die im Jahre 2008 in Betrieb ging abgeschlossen. Das gereinigte Wasser kann zur Trave abfließen.
Das Zentralklärwerk Lübeck verfügt derzeit über:
| Anlagenteil |
Anz. |
Ausführung/Größe |
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Grobrechen |
2 |
Spaltbreite 20 mm |
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Feinrechen |
2 |
Spaltbreite 6 mm |
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Sandfang |
2 |
belüftet, je 460 m³ |
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Vorklärung |
2 |
je 4.080 m³ |
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Belebungsbecken 1. Stufe |
8 |
je 2.800 m³ = 22.400 m³ |
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Belebungsbecken 2. Stufe |
8 |
insg. 17.340 m³ |
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Nachklärung |
5 |
je 5.650 m³ |
Endausbau zur weitergehenden Abwasserreinigung gemäß Dringlichkeitsprogramm der Landesregierung
Zur Erfüllung der hohen Anforderungen an eine zeitgemäße Abwasserreinigung zum Schutz der Gewässer - im Falle des ZKW insbesondere der Trave und der Ostsee – wurde im Jahr 2008 der Ausbau der Anlage abgeschlossen. Nach den Nachklärbecken und der neuen 2-stufigen Belebungsanlage wurde im vorerst letzten Bauabschnitt eine wiederum 2-stufige Filtrationsanlage gebaut. Einer ersten Stufe, die den Restabbau der Stickstoffverbindungen sowie schwer abbaubarer Substanzen mit Hilfe eines Festbettes ermöglicht, schließt sich die eigentliche Filtration an. Hier werden in einem mehrere Meter mächtigen vom gereinigten Abwasser durchströmten Anthrazitbett feinste Schwebstoffe entfernt. Dabei wird durch Dosierung eines Fällmittels das Phosphor im Filter zurückgehalten und so aus dem Wasser entfernt.
Zusätzliche neue Anlagentechnik:
| Anlagenteil |
Anz. |
Ausführung/Größe |
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Festbettreaktoren |
12 |
je 36 m² (180 m³) |
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Feinfilter |
12 |
je 36 m² (180 m³) |
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Mischwasserausgleich |
3 |
je 1.500 m³ |
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Trübwasserausgleich |
1 |
1.500 m³ |
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Regenwasserbehandlung |
2 |
je 4.500 m³ |
|
Regenwasserbehandlung |
2 |
je 1.500 m³ |
Die Gesamtmaßnahme hat Kosten in Höhe von etwa 70 Mio. € verursacht. Der schwierige Baugrund im Niederungsbereich der Trave erfordert die Tiefgründung aller Baukörper mit Stahlbetonpfählen.
Auflagen, Daten und Reinigungsleistung
Abwassermenge 2009: ca. 16.752.000m³
Angeschl. Einwohner + EW: ca. 300.000
Wasserrechtlich einzuhaltende Werte:
|
Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5) |
15 |
mg/l |
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Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) |
40 |
mg/l |
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Phosphor gesamt |
0,5 |
mg/l |
|
Stickstoff gesamt |
10 |
mg/l |
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Abfiltrierbare Stoffe |
5,0 |
mg/l |
Ablaufwerte (Mittelwerte 2009):
|
Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5) |
2 |
mg/l |
|
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) |
30 |
mg/l |
|
Phosphor gesamt |
0,15 |
mg/l |
|
Stickstoff gesamt |
5,1 |
mg/l |
|
Abfiltrierbare Stoffe |
1,5 |
mg/l |
Abbauleistungen (2009):
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Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5) |
99,5 |
% |
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Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) |
97,2 |
% |
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Phosphor gesamt |
99,0 |
% |
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Stickstoff gesamt |
93,3 |
% |
Während das ZKW von Anfang an über eine Faulungsanlage für den gesamten in allen Lübecker Klärwerken anfallenden Klärschlamm verfügte und ab 1970 eine Anlage zur Eigenstromerzeugung aus Klärgas in Betrieb ist, sind der zusätzliche Bau größerer Faulbehälter 1979 sowie die Inbetriebnahme der maschinellen Schlammentwässerung mittels Kammerfilterpressen im Jahre 1989 zu erwähnen.
Der bei der Abwasserreinigung entstehende Schlamm wird in 4 Faultürmen ausgefault, d. h. die organischen Inhaltsstoffe werden abgebaut und der Schlamm wird in einen stabilisierten Zustand überführt. Die Aufenthaltszeit in den Türmen beträgt ca. 20 Tage. Das dabei entstehende Faulgas (Klärgas) wird aus den Türmen abgezogen und verwertet. Mit dem Faulgas wird die gesamte Anlage beheizt und der für den Betrieb erforderliche elektrische Strom erzeugt. Der ausgefaulte Schlamm hat noch einen Wassergehalt von ca. 98 %. Durch die Entwässerung wird die Klärschlammmenge jährlich von ca. 220.000 m³ auf ca. 22.000 m³ reduziert. Nach der Entwässerung wird der Klärschlamm schließlich landwirtschaftlich als Dünge- und Humusstoff verwertet. Rechengut wird nach der Entwässerung verbrannt, während das Sandfanggut gewaschen und auf der Deponie Niemark als Strukturmaterial verwendet wird.
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Faulbehälter |
2 |
je 6.000 m³ |
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Faulbehälter |
2 |
je 3.200 m³ |
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Gasbehälter |
1 |
4000 m³ |
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Blockheizkraftwerke |
3 |
je 844 kWel & 835 kWth |
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Kammerfilterpressen |
2 |
je 10 m³ Inhalt/je 360 m² Fläche |
Personal
Neben 28 Mitarbeitern, die in Tages- und Wechselschicht den direkten Anlagenbetrieb aufrecht halten, sind für den Gesamtbetrieb der Kläranlage zusätzlich eine Leitungsebene, Maschinen- und Elektrowerkstätten sowie ein Abwasserlabor erforderlich. Somit sind etwa 45 Mitarbeiter mit der Abwasserreinigung auf dem Zentralklärwerk beschäftigt.
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